Von der Idee zur Umsetzung

Mit den folgenden Hinweisen zeigen wir Ihnen den Aufbau der JugendFilmTage und geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Ziele, über wesentliche Schritte in der Projektorganisation und über die Rahmenbedingungen. Die Übersicht bildet somit einen Leitfaden, der Sie von der Konzeption bis hin zur Projektauswertung geleiten kann. Sie können sich dabei auch gezielt einzelne Elemente für Ihre individuellen und regionalspezifischen JugendFilmTage zusammenstellen.

Die vier Grundmodule

Grundsätzlich bestehen die JugendFilmTage aus vier Modulen, die jedoch beliebig erweitert und unterschiedlich akzentuiert werden können: 

  • Konzept: Keine Veranstaltung ohne Konzept: Werden Sie sich zu allererst darüber klar, für wen Sie Ihre JugendFilmTage planen, welche Schwerpunkte Sie setzen wollen und was Sie organisatorisch bewältigen können.

  • Filme: Gut gemachte Filme setzen einen stark motivierenden Impuls, damit sich Jugendliche mit den Themen Liebe und Freundschaft, Sexualität und Schutz ganz persönlich auseinandersetzen. Dies kann auch durch passende Methoden begleitet werden.

Die JugendFilmTage können flexibel gestalten werden

Um die JugendFilmTage zu spezialisieren, eignen sich verschiedene Strategien. Beispielsweise lassen sie sich gut für eine bestimmte Altersstufe konzipieren. Für diesen Fall wählen Sie die Filme einfach entsprechend der empfohlenen Altersangaben aus und gestalten dazu passend auch die Mitmach-Aktionen. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Ansprache von Schulen in einem bestimmten Einzugsgebiet, in dem vielleicht ein besonderer Förderungsbedarf besteht oder auch bestimmte Themen gehäuft auftreten. Ebenso können Sie auch anstelle der Schule andere Jugendeinrichtungen ansprechen, etwa Jugendclubs oder Sportvereine.

Die JugendFilmTage eignen sich darüber hinaus auch, um themenspezifisch vorzugehen und die Filmauswahl entsprechend zu gewichten. So können Sie zum Beispiel »Interkulturelle JugendFilmTage« anbieten oder JugendFilmTage zu den Themen »Das erste Mal«, »sexuelle Identität und Coming-out« oder »Freundschaft und Verliebt-Sein«. Bieten Sie in diesem Fall die Mitmach-Aktionen passend zu Ihrem Schwerpunkt-Thema an und stellen Sie auch mögliche Begleitmaterialien entsprechend zusammen.

  • Mitmach-Aktionen: Personalkommunikative Mitmach-Aktionen können verschiedene Methoden umfassen und finden unmittelbar vor und/oder nach den Filmen statt. Sie schaffen einen spielerischen, stark handlungsorientierten Zugang für die Vermittlung der Präventionsinhalte. 
  • Lehrkräftearbeit: Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende spielen eine wesentliche Rolle bei der Nachbereitung der JugendFilmTage und tragen auf diese Weise zu einer nachhaltigen Wirkung des Angebots bei.

Konzept und Zielfindung

Ihrem individuellen Konzept der JugendFilmTage können Sie sich schnell nähern. Die nachfolgenden Fragestellungen helfen Ihnen dabei:

  • Warum möchten Sie JugendFilmTage anbieten? Welche Ziele verfolgen Sie?
  • Wann, wie lange und wo sollen Ihre JugendFilmTage stattfinden? 
  • Möchten Sie die JugendFilmTage alleine oder mit anderen organisieren und umsetzen? Wer kommt womöglich für eine Kooperation in Frage?
  • Was sind die vorrangigen Themen, die Sie besetzen möchten (etwa HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen, Sexualaufklärung, sexuelle Vielfalt)?

Für die Feinplanung und Ausgestaltung Ihres Projekts sind weitere Fragen hilfreich, um sich darüber klar zu werden, welchen Charakter Ihre JugendFilmTage erhalten sollen und welche Impulse Sie setzen möchten:

  • Welche Zielgruppe möchten Sie ansprechen (Alter, Geschlecht, Schulformen, Region)?
  • Wie möchten Sie die Lehrkräfte einbeziehen und unterstützen?
  • Welche Filme und Mitmach-Aktionen möchten Sie anbieten? 
  • Wie werden Sie die JugendFilmTage mit weiteren regionalen Präventionsangeboten verknüpfen?

Mit der Beantwortung dieser Fragen erhalten Sie eine gute Struktur, die Ihnen bei der Verschriftlichung eines Konzepts helfen kann und zugleich Impulse für die weitere Ausarbeitung gibt.

Netzwerkarbeit

Die JugendFilmTage leben von der gemeinsamen Arbeit. Denn die Arbeit in Netzwerken, das Zusammenwirken relevanter Institutionen und Gruppen eines Sozialraumes, verfolgt verschiedene Ziele und fördert positive Effekte. So können auch dauerhaft vorhandene Ressourcen gebündelt werden. Und neben diesen strategischen Effekten können die Gründe für eine Zusammenarbeit mit Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern auch ganz praktischer Natur sein: Aufgaben werden auf verschiedene Personen aufgeteilt. Verschiedene Menschen sorgen für einen kreativen Raum. Mit mehr Menschen können mehr Mitmach-Aktionen angeboten und moderiert werden. Somit wird das Angebot bunter und breiter.

Ihr Netzwerk sollte aus Vertreterinnen und Vertretern der mit dem Themenschwerpunkt Ihrer JugendFilmTage befassten Institutionen bestehen – etwa aus Beratungsstellen zur HIV- und STI-Prävention oder zur Sexualaufklärung, aus Projekten in der Jugendarbeit, aus Schulbehörden und dergleichen. Wenn in Ihrem Kreis nicht genügend Institutionen aus dem Themenspektrum der JugendFilmTage tätig sind, erweitern Sie doch Ihre Ansprache auf Kooperationen mit Arbeitsagenturen, Krankenhäusern, Stadtteilmanagements, Straßensozialarbeit und dergleichen.

Zeitmanagement

Berücksichtigen Sie sowohl bei der Planung Ihrer JugendFilmTage als auch bei der Streuung der Bewerbungsmaterialien die Schulferien in Ihrer Region sowie andere übergreifende Termine. Oft ist es in Sachen Zeitmanagement auch sinnvoll, »Puffer« einzuplanen und insbesondere Netzwerk-Treffen frühzeitig mit einem Datum zu versehen.

Mit diesem Netzwerk entwickeln Sie gemeinsam das Konzept (Ziele, Zielgruppen, Themen) für Ihre JugendFilmTage. Sie entscheiden über die Filmauswahl, die Mitmach-Aktionen und die Einbeziehung der Lehrkräfte, entwickeln Strategien für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Die Aufgaben werden unter den Beteiligten verteilt, um den Arbeitsaufwand überschaubar zu gestalten.sowie Ihres Netzwerkes bereitzulegen.

Planungsschritte

Wie Sie die Organisation und Planung der JugendFilmTage angehen, hängt stark von Ihren Ressourcen, Möglichkeiten und Wünschen ab. In aller Regel sind etwa acht bis neun Monate ausreichend für die Vorbereitung vor den eigentlichen Kinotagen. Was Sie bei der Planung unbedingt beachten sollten und welche Schritte wann am besten umzusetzen sind, können Sie hier auf einen Blick sehen:

Download Planungsübersicht

Veranstaltungsort finden

Das Kino als außerschulischer Veranstaltungsort hat für die Gruppe der Schülerinnen und Schüler einen besonderen Reiz, da es sich um einen Ort handelt, der üblicherweise der Freizeit vorbehalten ist und dadurch besonders positiv besetzt wird. Der Verkauf von Popcorn und Softgetränken an den Kinotagen ist in aller Regel stimmungsfördernd und ermöglicht dem Kino noch etwas Umsatz. Allerdings sollten Sie dann ein erhöhtes Reinigungsaufkommen einplanen.

Übrigens: Ist in Ihrem Umkreis kein passendes Kino verfügbar, können Sie Ihre JugendFilmTage auch in anderen Räumlichkeiten anbieten, wie etwa in einem Jugendzentrum, einem großen Raum eines kommunalen Gebäudes oder einer Turnhalle.

Fragen Sie Ihr regionales Kino als Veranstaltungsort und als Kooperationspartner an. Benötigt werden neben dem Foyer für die Mitmach-Aktionen, eine entsprechende Anzahl an Kinosälen für die Filmvorführungen sowie unter Umständen ein kleiner Kinosaal für das Pressegespräch. Wenn möglich, übernimmt das Kino die Aufgaben der Filmlogistik mit den Filmverleihfirmen, da sie über die meisten Erfahrungen in diesem Bereich verfügen.

Finanzierung und Sponsoring

Die JugendFilmTage sind ein kostengünstiges Präventionsangebot. Bis auf Filmleihgebühren und Kosten für Bewerbungsmaterialien fallen in der Regel keine Kosten an. Die Filmleihgebühren lassen sich über Sponsoring oder Eintrittspreise refinanzieren. Wenn Sie einen Eintritt erheben wollen, sind abhängig von der Zielgruppe 0,50 bis 2,50 Euro angemessen.

Die Bewerbungsmaterialien können Sie möglicherweise kostengünstig in der Druckerei Ihrer Kommune produzieren. Portokosten für die Verteilung der Bewerbungsmaterialien lassen sich einsparen, wenn das kooperierende Schulamt die Bewerbungsmaterialien über die Schulfächer verteilen kann und Sie die Materialien zusätzlich digital an die Schulen schicken. Und Broschüren sowie kleine Preise erhalten Sie über LIEBESLEBEN in aller Regel kostenfrei. 

Wenn Sie dennoch weitere Kosten einsparen wollen, empfiehlt es sich, nicht allein nach Finanzierungswegen zu suchen. Gemeinsam mit Ihrem Netzwerk finden Sie sicherlich immer eine tragfähige Lösung. 

Bewerbungswege und Öffentlichkeitsarbeit

Damit Ihre JugendFilmTage von Ihren regionalen Schulen auch ausgiebig besucht und somit ein Erfolg werden, müssen Sie Ihre gewünschte Zielgruppe rechtzeitig über die geplante Veranstaltung informieren. Dies kann über verschiedene Wege geschehen. Sie können etwa einen attraktiven Bewerbungsflyer gestalten und in höherer Auflage drucken lassen. Auch möglich ist die rein digitale »Werbetrommel«, in der Sie durch E-Mails oder Social Media Ihr Angebot der Zielgruppe bekannt machen. Die regionale Tagespresse unterstützt Sie bestimmt auch gerne bei der Verbreitung Ihres Angebotes. Darüber hinaus hat sich die persönliche Ansprache (z. B. in Rektorenkonferenzen, bei Vor-Ort-Terminen in den Schulen, durch persönliche Kontakte zu Lehrkräften) als sehr aussichtsreich erwiesen. Haben Sie also immer einen Packen Ihrer Bewerbungsinstrumente in der Tasche.

In Zusammenarbeit mit dem Schulamt können die Bewerbungsmaterialien meist kostenfrei in die Postfächer der Schulen gelegt werden. Günstig ist ein Begleitschreiben der Schulbehörde, das die Relevanz und Seriosität des Angebotes unterstreicht, mit der Bitte um Vorstellung des Projektes bei einer Konferenz oder persönliche Weitergabe an die Beratungs- und Fachlehrkräfte sowie die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter. 

Download Schulanschreiben

Eröffnung

Planen Sie für Ihre JugendFilmTage eine offizielle Eröffnung. Diese können Sie etwa gemeinsam mit Ihrem Schirmherrn oder Ihrer Schirmfrau begehen. Das stärkt das Netzwerk, erfreut das Publikum (das so erfährt, wer alles hinter den JugendFilmTagen steht) und die Presse erhält lebendig Eindrücke und Fotos. Auch neben der offiziellen Eröffnung empfiehlt sich in jedem Kinosaal vor Filmbeginn eine kurze Begrüßung mit inhaltlichem Schlenker zum Film und der Vorstellung der beteiligten Kooperationen.

Informieren Sie im Vorfeld (möglicherweise direkt zum Bewerbungsstart) auch alle relevanten lokalen und überregionalen Presseredaktionen mittels eines Informationstextes über die geplanten Aktionen. So erreichen Sie eine breite Menge an potentiellen Teilnehmenden für Ihre JugendFilmTage. Durch eine Pressemitteilung oder ein Pressegespräch vor Ort können Sie die Medienberichterstattung weiter unterstützen und auch die regionale Präventionsarbeit strukturell stärken. Dabei empfiehlt sich womöglich auch die Gewinnung einer regional repräsentativen Person, die sich als Schirmherr oder Schirmfrau für Ihre JugendFilmTage zur Verfügung stellt.

Download Öffentlichkeitsarbeit

Tagesablauf

Die JugendFilmTage »LIEBESLEBEN« können sehr flexibel umgesetzt werden. Um Ihnen dennoch eine Orientierung zu geben, finden Sie hier einen beispielhaften Tagesablauf, der so bereits vielfach erprobt wurde. Dabei handelt es sich um JugendFilmTage, die an zwei Vormittagen stattfinden und in denen drei Filme ausgestrahlt werden. Sie können dies aber selbstverständlich anpassen!

Download Tagesablauf

Projektauswertung 

Eine erfolgreiche Veranstaltung ermöglicht auch immer die Chancen, die gemachten Erfahrungen zu sammeln, auszuwerten und entsprechend weiter zu verwenden. Die optimierbaren Punkte werden beim »nächsten Mal« verändert oder ganz gestrichen. Die vielen Aspekte, die gut verlaufen sind und erfolgreich waren, können Sie wieder einsetzen. 

Eine erste kurze Feedback-Runde können Sie direkt im Anschluss an Ihre Veranstaltung, wenn alle Schülerinnen und Schüler das Kino verlassen haben, abhalten. Für die ausführlichere Auswertung bietet sich ein späteres Treffen oder ein anderer Termin an. Tauschen Sie sich hier auch mit Ihren Kolleginnen und Kollegen und dem Netzwerk über Ihre Erfahrungen mit der umgesetzten Veranstaltung aus. Ergeben sich für Sie Synergien aus der Zusammenarbeit, die Sie gerne weiter nutzen möchten? Wie haben die Beteiligten die Zusammenarbeit erlebt? Können Sie sich eine Wiederholung oder weitere Zusammenarbeit vorstellen?

Download aller Arbeitshilfen


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