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Häufige Fragen zu HIV und AIDS

HIV und AIDS sind nach wie vor ein wichtiges Thema für viele Menschen. Denn auch wenn es in den letzten Jahren große Fortschritte gab, so ist eine Infektion mit dem »Human Immunodeficiency Virus« immer noch nicht heilbar. Deshalb solltest du dich auskennen. Hier findest du besonders häufige Fragen und die passenden Antworten rund um das Thema.

Über 90 Prozent der Neuinfektionen mit HIV in Deutschland gehen auf eine sexuelle Übertragung zurück. Vor allem Männer, die (auch) mit Männern Sex haben, sowie Menschen, die aus Ländern mit einer hohen HIV-Verbreitung stammen, und – in geringerem Ausmaß – Menschen, die Drogen gebrauchen und keinen Zugang zu sauberen Spritzen haben, sind von HIV betroffen. Nach Schätzungen infizieren sich knapp 20 Prozent über heterosexuelle Kontakte, also beim Sex zwischen Mann und Frau. Eine HIV-Übertragung von der Mutter auf ihr Kind kommt mittlerweile in Deutschland nur noch in Einzelfällen vor.

Bei einigen Menschen, die sich mit HIV angesteckt haben, kommt es einige Tage bis wenige Wochen nach der Ansteckung zu folgenden Beschwerden:

  • Fieber
  • grippeähnliche Symptome (Muskel- und Gliederschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl)
  • deutlicher Ausschlag am Körper (durch Fieber bedingte fleckige Rötung)
  • Durchfall
  • Lymphknotenschwellungen an mehreren Körperstellen

Keines dieser Symptome deutet jedoch alleine auf HIV hin! Und diese Symptome treten auch nicht immer auf. Viele Menschen, die sich mit HIV angesteckt haben, merken daher zunächst einmal nichts. Bei fast der Hälfte aller HIV-Infektionen, die neu festgestellt werden, liegt der Ansteckungszeitpunkt sogar bereits mehrere Jahre zurück. Du kannst also nicht davon ausgehen, dass du es schon merken würdest, wenn du selbst HIV hättest. Und auch deiner Partnerin oder deinem Partner kannst du nicht ansehen, ob sie oder er HIV hat.

Es gibt eine Menge Gründe, warum dir deine Partnerin oder dein Partner vielleicht nichts von ihrer oder seiner HIV-Infektion sagen würde. Zum Beispiel kann es sein, dass nicht genug Wissen über die Ansteckungswege vorhanden ist und Infektionsrisiken daher nicht richtig eingeschätzt werden. Vielleicht weiß deine Partnerin oder dein Partner aber auch einfach nicht, dass sie oder er HIV-positiv ist. Und womöglich fürchtet sich deine Partnerin oder dein Partner auch vor deiner Reaktion und möchte nicht, dass du dich zurückziehst. Deshalb kannst du dich nicht immer sicher auf die Auskünfte deiner Partnerin oder deines Partners verlassen. Und zum Glück gibt es in Deutschland auch keine gesetzliche Pflicht – jeder Mensch darf für sich selbst entscheiden, wem er von der HIV-Infektion erzählt und wem nicht.

Wenn du in einer Beziehung lebst und ihr Kondome weglassen möchtet, solltet ihr beide vorher einen HIV-Test machen und klare Absprachen darüber treffen, ob es weitere Sexualpartner gibt. Und auch bei anonymen Sexualkontakten oder bei »One-Night-Stands« ist der wichtigste Schutz nach wie vor das Kondom.

HIV ist ein vergleichsweise schwer übertragbares Virus. Denn eine Ansteckung erfolgt nur, wenn

  • ein Mensch das HI-Virus in sich trägt und
  • eine ausreichende Menge von HI-Viren in den Körper eines anderen Menschen gelangt und
  • dort von bestimmten Zellen des Körpers aufgenommen wird.

Voraussetzung für die Übertragung von HIV ist also, dass eine genügend große Menge Viren auf eine sogenannte »Eintrittspforte« trifft. Denn nur über eine solche Eintrittspforte können die HI-Viren auch tatsächlich in den Körper eindringen. Dazu gehören vor allem Schleimhäute sowie offene Wunden.

Körperflüssigkeiten, die zu einer Ansteckung mit HIV führen können, wenn sie auf eine »richtige« Eintrittspforte treffen, sind:

  • Blut, etwa auch Menstruationsblut
  • Sperma
  • Scheidenflüssigkeit (Vaginalsekret)
  • Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut (Analsekret)
  • Muttermilch

Keine Ansteckungsgefahr besteht also, wenn beispielsweise infektiöses Blut auf die unverletzte Haut kommt. Die Haut stellt eine Schutzbarriere dar und bietet für HIV keine Eintrittspforte. Und auch wenn Speichel, der ganz geringe Mengen HI-Viren enthalten kann, auf eine offene Wunde trifft, erfolgt keine Ansteckung. Die Virenmenge reicht in diesem Fall nicht aus.

Eine Ansteckung mit HIV ist möglich, wenn infizierte Körperflüssigkeiten auf offene Wunden oder auf Schleimhäute gelangen. Da HIV in vielen Körperflüssigkeiten enthalten ist, die beim Sex eine Rolle spielen – in Sperma, Scheidenflüssigkeit, im Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut und in (Menstruations-)Blut – kommt es vor allem bei ungeschütztem Sex zu einer Ansteckung.

HIV ist im Vergleich zu anderen Krankheitserregern jedoch ein schwer übertragbares Virus. Denn nur wenn eine ausreichende Menge von HI-Viren über Schleimhäute oder offene Wunden in den Körper gelangen, kommt es überhaupt zu einer Übertragung. Wenn du also mit einem HIV-positiven Menschen zusammen isst, in einer gemeinsamen Wohnung lebst, Bad und Toilette teilst, zusammen arbeitest, in einer Straßenbahn sitzt oder ihr gemeinsam in die Kneipe geht – in all diesen Situationen kannst du dich nicht mit HIV anstecken. Kein Risiko besteht zum Beispiel:

  • im Alltag
  • beim Anhusten oder Niesen
  • bei Insektenstichen
  • beim Küssen – auch bei Zungenküssen
  • bei engem Haut- und Körperkontakt, auch beim Schmusen und beim Petting.

Auch durch Mücken oder andere Insekten können die HI-Viren nicht von einem Menschen auf einen anderen übertragen werden.

Mit Safer Sex schützt du dich vor HIV und senkst das Risiko, dich mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) anzustecken. Kondome spielen dabei eine zentrale Rolle, denn sie können beim Sex verhindern, dass möglicherweise infektiöse Körperflüssigkeiten (Sperma, Scheidenflüssigkeit, Analsekret und Blut) in den Körper gelangen. Dabei sind sie nicht nur praktisch und günstig, sondern auch sehr zuverlässig und schützen optimal vor HIV, wenn sie richtig angewendet werden.

Mittlerweile gibt es aber auch weitere Möglichkeiten, um HIV-Infektionen zu verhindern – Schutz durch Therapie und die sogenannte Prä-Expositions-Prophylaxe, kurz PrEP. Beide können in ganz bestimmten Situationen ebenfalls geeignet sein, um einer Ansteckung mit HIV – nicht jedoch mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) – vorzubeugen.  

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