Bei STI ist die Behandlung vielfältig

Die meisten sexuell übertragbaren Infektionen (STI) lassen sich gut behandeln und heilen. Wenn sie zu spät oder gar nicht behandelt werden, können sie deine Gesundheit jedoch schwer schädigen und zum Beispiel zu chronischen Unterleibsentzündungen, Unfruchtbarkeit oder Gebärmutterhalskrebs führen. 

Wenn du meinst, Anzeichen einer STI zu erkennen, solltest du dich darum von einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen und behandeln lassen.

Die Art der Therapie ist genauso vielfältig wie die verschiedenen STI. Informationen zur Behandlung von Chlamydien, Tripper und anderen STI findest du unter „STI im Überblick“.

Für alle STI gilt, dass sie beim Sex leicht übertragen werden. Darum solltest du bis zum Ende der Behandlung auf Sex verzichten und deinem Partner bzw. deiner Partnerin von der Infektion erzählen, damit auch er oder sie sich untersuchen lassen kann. Sonst kann es sein, dass ihr euch immer wieder gegenseitig ansteckt oder andere angesteckt werden.

HIV lässt sich nicht heilen, aber behandeln

HIV ist nicht heilbar. Aber durch Medikamente kann die Infektion ein Leben lang in Schach gehalten werden. Die meisten Menschen mit HIV können ein fast normales Leben führen und auch so alt werden wie Menschen ohne HIV. Leider erfahren Menschen oft viel zu spät von ihrer HIV-Infektion, manche sogar erst, wenn Aids bereits ausgebrochen ist und sie mit lebensbedrohlichen Erkrankungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Das lässt sich durch einen frühzeitigen HIV-Test vermeiden.

Der Start der Therapie

Nach einem positiven HIV-Test solltest du dich bei einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen lassen, die oder der auf HIV spezialisiert ist. Dadurch kann der Verlauf der HIV-Infektion richtig eingeschätzt werden, und du erhältst zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Medikamente.

Normalerweise ist eine Behandlung der HIV-Infektion mit Medikamenten nicht von Anfang an notwendig, sie sollte aber beginnen, bevor das HI-Virus das Immunsystem schädigen kann. Zur Bestimmung des richtigen Zeitpunkts wird in regelmäßigen Abständen Blut abgenommen und auf HI-Viren untersucht. Vermehren sie sich stark oder beginnt das Immunsystem, Schaden zu nehmen, sollte die Therapie beginnen.

Mehr als ein richtiges Medikament

Gegen HIV gibt es viele verschiedene Medikamente, die eine Vermehrung des Virus im Körper verhindern. In fast allen Fällen kommt eine Kombinationstherapie zum Einsatz. Um eine Ausbreitung zuverlässig zu verhindern, werden ein- oder zweimal täglich mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen. In der Regel wird eine Kombination gefunden, die nur wenige Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit oder Kopfschmerzen zeigt und sich gut in den Alltag einbauen lässt.

Bei einer erfolgreichen Behandlung der HIV-Infektion sind nach einiger Zeit kaum noch Viren im Blut nachweisbar. Trotzdem kann HIV nie vollständig aus dem Körper entfernt werden. Sobald die Medikamente abgesetzt werden, vermehren sich die Viren wieder. Aus diesem Grund muss die Therapie das ganze Leben lang fortgesetzt werden.

Therapie als Vorbeugung

Eine erfolgreiche HIV-Therapie verringert die Zahl der Viren in Körperflüssigkeiten wie Sperma und Scheidenflüssigkeit. Damit sinkt auch das Risiko einer HIV-Übertragung beim Sex. Unter folgenden Bedingungen kann eine Übertragung beim Sex sogar so gut wie ausgeschlossen werden:

  • Der/die HIV-Positive befindet sich in einer gut funktionierenden Kombinationstherapie und hält sich sorgfältig an die Einnahmevorschriften der Medikamente.
  • Die Viruslast des/der HIV-Positiven ist seit mindestens sechs Monaten dauerhaft unter der Nachweisgrenze, im Labor sind also keine Viren mehr im Blut nachweisbar.

Werden diese Bedingungen von einer Ärztin oder einem Arzt bestätigt, können Paare, von denen ein Partner HIV-positiv ist, auch ohne Kondome „Safer Sex“ haben. Wichtig ist, dass beide Partner sich gemeinsam dafür entscheiden und keiner ein schlechtes Gefühl hat.