HPV/Feigwarzen

Infektionen mit HPV (Humanes Papilloma-Virus) kommen sehr häufig vor. Fast alle sexuell aktiven Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mit mindestens einer Art (HPV-Subtyp) in Berührung. Man unterscheidet mehr als 100 Subtypen, die in potenziell krebsauslösende Hochrisiko-Viren und Niedrigrisiko-Viren unterteilt sind. Bestimmte Subtypen verursachen Feigwarzen.

Mögliche Symptome von HPV

Eine HPV-Infektion mit Niedrigrisiko-Viren macht sich durch nicht schmerzende, kleine, spitze Warzen an den Geschlechtsteilen bemerkbar. Hast du diese Feigwarzen an Scheide, Penis oder Po, geh‘ zu deiner Ärztin oder deinem Arzt. Denn es kann sein, dass sich die Warzen sonst großflächig ausbreiten.HPV-Infektionen mit den potenziell krebsauslösenden Hochrisiko-Viren lösen meist keine Beschwerden aus. Für die Behandlung von HPV-Infektionen mit Hochrisiko-Viren gibt es keine Medikamente. Darum ist die jährliche Krebsfrüherkennung so wichtig. 

Eine junge Frau schaut einen mit einem neutralen Gesichtsausdruck direkt an

Krebsvorsorge ist wichtig

Frauen sollten einmal im Jahr bei ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt den so genannten PAP-Test durchführen lassen. Mit diesem Test können Krebsvorstufen frühzeitig erkannt und der Ausbruch von Krebs verhindert werden. Bei Frauen ab dem 20. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten für den PAP-Test.

Für Menschen, die Analsex (Penis im Po) haben, kann auch eine Früherkennungsuntersuchung auf Krebsvorstufen am Anus (Poloch) sinnvoll sein. Frage am besten deine Ärztin oder deinen Arzt danach.

Übertragung von HPV

Die Hauptübertragungswege der HPV-Infektion sind: Vaginalsex (Penis in Scheide), Analsex (Penis in Po) und Oralsex (Sex mit dem Mund) ohne Kondom sowie die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug ohne Kondom (Schmierinfektion). Eine Ansteckung ist auch durch Kontakt von Haut oder Schleimhaut mit Feigwarzen möglich.

Schutz

Da HPV beim Sex sehr leicht übertragen werden kann, können Kondome das Ansteckungsrisiko nur geringfügig senken. Die HPV-Impfung bietet aber einen guten Schutz. 

In Deutschland gibt es drei verschiedene HPV-Impfstoffe. Zwei der Impfstoffe schützen vor den HPV-Viren, die für 70 % aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen verantwortlich sind. Ein weiterer Impfstoff, der erst seit 2016 verfügbar ist, bietet Schutz gegen neun krebsauslösende HPV-Typen, die zusammen für 80 bis 90 % aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen verantwortlich gemacht werden. Zwei der Impfstoffe, schützen zusätzlich auch vor den Niedrigrisiko-Viren, die in 90 % der Fälle für Feigwarzen verantwortlich sind. Die Impfstoffe werden innerhalb eines Jahres in zwei oder drei Teilimpfungen verabreicht. 

Für einen optimalen Schutz, sollte die Impfung vor dem ersten Sex erfolgen. Die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfehlen die HPV-Impfung deshalb für Mädchen von 9 bis 14 Jahren. Die Kosten der Impfung werden für Mädchen dieser Altersgruppe sowie für Nachholimpfungen bei Mädchen bis einschließlich 17 Jahren von den Krankenkassen übernommen.  Auch Jungen können sich gegen HPV impfen lassen. Die Impfkosten von ca. 500 Euro werden aber dann normalerweise nicht von der Krankenkasse bezahlt. Trotzdem lohnt es sich, bei der Krankenkasse nachzufragen.

Mögliche Folgen

Heilt eine HPV-Infektion mit Hochrisiko-Viren nicht aus, können sich Krebsvorstufen entwickeln. Wenn diese unentdeckt bleiben, kann daraus Krebs entstehen. 

Feigwarzen sind im Vergleich zu einer Infektion mit HPV-Hochrisiko-Viren meist harmlos, aber sehr ansteckend, sehr störend und beim Sex mitunter schmerzhaft. Wenn man Feigwarzen nicht behandelt, können sie sich großflächig ausbreiten.

Untersuchung

Gegen eine HPV-Infektion mit Hochrisiko-Viren gibt es keine Medikamente. Darum ist ein Test nicht empfehlenswert. Die Untersuchung auf Krebsvorstufen im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorge ist dagegen sehr wichtig für dich.

Feigwarzen stellt die Ärztin oder der Arzt fest, indem verdächtige Stellen durch die Lupe angeschaut und abgetastet wird.

Ein Frau und ein Mann schauen einen direkt an

Über HPV sprechen

Feigwarzen kann man mit verschiedenen Methoden behandeln. Leider kann keines der Verfahren eine vollständige Entfernung garantieren – sie können immer wieder auftauchen. Lass‘ deine Ärztin oder deinen Arzt immer mal wieder kontrollieren, ob alles in Ordnung ist.

Wenn die Ärztin oder der Arzt bei dir Feigwarzen feststellt, solltest du mit den Menschen sprechen, mit denen du in letzter Zeit Sex hattest. Auch sie sollten sich untersuchen lassen.