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Beziehungen in Zeiten von Corona

Ob und wie man Beziehungen führt, ist immer ganz individuell! So ist es aber auch mit den Folgen durch das neuartige Corona-Virus. Denn diese verändern nicht nur den Alltag für viele Menschen, sondern können auch Beziehungen auf die Probe stellen oder umgekehrt sogar positive Auswirkungen auf eine Beziehung haben. LIEBESLEBEN gibt dir hier einen Überblick zum Thema und hat ein paar nützliche Tipps gesammelt.

Nur für wenige ändert sich zurzeit nichts

Wichtig

Belastungen durch das neuartige Corona-Virus können sehr unterschiedlich sein und manchmal auch sehr schwerwiegend. So sind häusliche Gewalt, aber auch sexueller Missbrauch Themen, welche vermutlich durch die aktuelle Situation leider zunehmen. Sprich darüber und vertrau dich jemandem an! Damit muss man nicht alleine klarkommen – auch nicht in Zeiten von Corona! Wenn du nicht weißt, wie du damit umgehen sollst, wende dich an eine Beratungsstelle. Kontaktdaten und Angebote, die unterstützen können, findet man übersichtlich bei www.infektionsschutz.de.

Aufgrund der aktuellen Situation, durch das Reduzieren von persönlichen Treffen, aber beispielsweise auch durch mehr Home-Office oder Freizeit ist es in manchen Beziehungen zurzeit so, dass man sich viel näher ist und deutlich mehr Zeit miteinander verbringt. In anderen Beziehungen ist es vielleicht hingegen so, dass man sich gerade nicht mehr so nah sein kann, wie sonst, etwa weil ihr bewusst auf den Besuch bei der Partnerin oder dem Partner verzichtet, um Risiken einer Ansteckung zu vermeiden. Und bestimmte Beziehungsformen sind nochmal ganz anders herausgefordert – etwa wenn man eine Beziehung mit mehr als einer Person führt. Und auch für Singles ändert sich gerade einiges, zum Beispiel weil sich auch Sex in Zeiten von Corona ändert.

Fast alle stehen im Moment vor neuen Herausforderungen. Aber genau das kann auch positiv gesehen werden, denn so zeigen sich Solidarität und Mitgefühl. Man mag zwar unterschiedliche Lösungen finden, wie man mit der eigenen Beziehung in Zeiten von Corona umgeht – das Verständnis für andere wird dabei aber auch gestärkt. Und vielleicht hilft der Gedanke, dass fast alle im Moment herausgefordert sind, auch ein wenig, um mit der Situation und möglichen Belastungen gut umzugehen.

Was allen hilft: Ein offenes Gespräch

Beziehungen in Zeiten von Corona sind aus ganz unterschiedlichen Gründen herausgefordert. Damit der Beziehungsstress aber nicht zu groß wird, hilft es fast immer, wenn man offen und ehrlich miteinander darüber spricht. Dabei sollte man jedoch auf die richtige Stimmung achten. Und damit ein solches Gespräch nicht in einem Streit endet, geben wir dir hier ein paar Tipps:

  • Formuliere deine Einschätzung immer aus der Ich-Perspektive. So unterstellst du deinem Gegenüber nichts Falsches und machst deutlich, wie du die Situation für dich wahrnimmst.
  • Vermeide Vorwürfe, denn sie verletzen und führen oft dazu, dass sich das Gegenüber verteidigt – man jedoch keine sinnvolle Lösung findet. Wünsche hingegen kann man als solche offen und ehrlich darlegen.
  • Höre deinem Gegenüber zu und erteile ihr oder ihm keine ungewollten Ratschläge. Lösungen für Probleme können am besten gemeinsam gefunden werden.

Beziehungsstress, weil man sich zu nah ist

Manche Menschen leben in einer glücklichen Beziehung – wollen dabei aber auch bewusst Raum für sich selbst haben. Andere mögen Nähe sehr und auch ständig – sind es aber vielleicht trotzdem nicht gewohnt, die Partnerin oder den Partner die ganze Zeit um sich zu haben. Und wieder andere mögen hier Abwechslung – mal sehr viel Nähe und mal sehr viel Distanz. Dass man sich in der momentanen Situation vielleicht zu oft und zu viel sieht, dass man ständig Zeit miteinander verbringt, wenn man zum Beispiel auch von zu Hause aus arbeitet, kann zu Problemen in der Beziehung führen. Man ist schlicht gestresst von der ständigen Nähe.

Hier hilft es, offen über seine Wünsche zu sprechen. Außerdem kann es helfen, sich bewusste Auszeiten zu nehmen, sich – vielleicht auch trotz räumlicher Nähe – für eine bestimmte Zeitspanne nur auf sich zu konzentrieren. Das kann dann den Alltag etwas besser strukturieren. Und man genießt die Zeit gemeinsam auch wieder bewusster.

Beziehungsstress, weil man sich zu fern ist

Gerade in der aktuellen Situation möchte man sich in der Beziehung vielleicht besonders nah sein. Doch das geht leider nicht immer – zum Beispiel weil man entfernt von einander wohnt und weil man Risiken einer Ansteckung mit dem neuartigen Corona-Virus für sich, für andere Menschen im persönlichen Umfeld, für die Partnerin oder den Partner reduzieren möchte. Das ist sehr sinnvoll und wichtig! Und trotzdem bereitet diese Distanz vielleicht Stress, sie ist nicht immer so leicht zu akzeptieren und durchzuhalten.

Auf persönliche Treffen muss man übrigens nicht unbedingt verzichten, wenn man sich an die Empfehlungen zum Infektionsschutz hält. Dabei hilft die »AHA-Formel« – sie steht für Abstand, Hygiene und Alltagsmasken. Dadurch können Ansteckungen vermieden werden. Auch die Corona-Warn-App kann dir dabei helfen, dich und andere zu schützen. Alles Wichtige zur App findest du unter www.coronawarn.app.

Neben einem offenen Gespräch kann man aber auch hier versuchen, andere Wege zu finden, um sich – ohne ein persönliches Treffen – nah zu sein. So kann man schreiben, chatten und telefonieren. Und auch ein Webcam-Date, bei dem alle für sich Stimmung zuhause schaffen und man gemeinsam Zeit vor der Laptop- oder Handykamera verbringt, kann helfen. Dabei überwindet man zwar nicht die räumliche Distanz, man kann aber den Kontakt neu wertschätzen und stärker genießen.

Eine neue Qualität der Beziehung?!

Für manche Menschen zeigt sich schon jetzt – durch das neuartige Corona-Virus und die aktuellen Maßnahmen verändert sich nicht nur die Beziehung, die man führt, sondern auch ihre Qualität. Vieles wird intensiver wahrgenommen und viel bewusster erlebt. Man spricht offener und lernt Nähe und Distanz in der Beziehung neu wertzuschätzen. Das kann vielleicht auch ein Trost für diejenigen sein, die momentan sehr unter Beziehungsstress leiden.

Das Corona-Virus beschäftigt gerade die ganze Welt. Dadurch kursieren leider auch viele Falschinformationen. Und hinzu kommt, dass der Stand des Wissens sich praktisch täglich ändert, sodass im Moment leider nicht auf alle Fragen eine sichere Antwort gegeben werden kann. LIEBESLEBEN engagiert sich, die Informationen an dieser Stelle aktuell und gesichert zu halten – wie es auch bei unseren BZgA-Kolleginnen und -Kollegen von www.infektionsschutz.de und bei www.zusammengegencorona.de der Fall ist. Bei ihnen erhältst du übrigens nicht nur weitere Empfehlungen, sondern etwa auch Tipps, woran du verlässliche Informationen zu dem neuartigen Coronavirus erkennen kannst. Und Informationen zu den jeweiligen Corona-Regelungen in den Bundesländern findest du auf der Seite der Bundesregierung.

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