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Joint Action SHIELD: Strategien zur Prävention von infektionsbedingten Krebserkrankungen

Weltweit wird etwa eine von acht Krebserkrankungen durch Infektionen verursacht. Viele dieser Krebserkrankungen könnten verhindert oder behandelt werden; zum Beispiel durch eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) oder auch durch eine Impfung gegen das Hepatitis B-Virus (HBV)

Europaweite Initiative gegen Infektionen, die Krebs verursachen

Allerdings haben viele Menschen keinen guten Zugang zu Präventionsmaßnahmen, auch, da vorhandene Informationen und Angebote nicht alle gleichermaßen erreichen. Dies betrifft insbesondere unterversorgte Bevölkerungsgruppen und Menschen in vulnerablen Situationen. Die von der Europäischen Union (EU) geförderte Joint Action SHIELD (Strategies for Health Interventions to Eliminate Infection related Cancers) hat sich daher das Ziel gesetzt, durch Infektionen verursachte Krebserkrankungen zu verhindern und dabei insbesondere diejenigen Personengruppen zu adressieren, die bislang noch nicht ausreichend erreicht wurden.

SHIELD setzt einen Fokus auf Krebserkrankungen, die verursacht werden durch: Humane Papillomviren (HPV), Hepatitis B-Virus (HBV), Hepatitis C-Virus (HCV), Humanes Immundefizienz-Virus (HIV) und Tuberkulose (TB).

SHIELD ist ein gemeinsames Projekt von 69 Partnerorganisationen aus 25 europäischen Ländern, darunter neben 22 EU-Mitgliedstaaten auch Bosnien und Herzegowina, die Republik Moldau, Norwegen und die Ukraine. Die Joint Action bringt Partnerorganisationen mit diversen Kompetenzen und Erfahrungen aus früheren Projekten zusammen. Für Deutschland arbeiten das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und das Robert Koch-Institut (RKI) in verschiedenen Bereichen des Projekts mit.

  • Belgien – Sciensano (SCI), University of Antwerp (UA), Vlaanderen – Department Zorg (BE-Dep. Zorg VL)
  • Bosnien und Herzegowina – PHI University Clinical Center of Republika Srpska (UKC RS), Institute for Public Health of the Federation of Bosnia and Herzegovina (PHI-FBIH)The Ministry of Health and Social Welfare of Republika Srpska (MoH SRPSKA)
  • Dänemark Capital Region of Denmark (RH/CHIP), The Region of Southern Denmark (RSYD), Statens Serum Institut (SSI) & Central Denmark Region, Aarhus University Hospital AUH), Sundhedsstyrelsen (SST)
  • Deutschland – Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), Robert-Koch-Institut (RKI)
  • Estland – National Institute for Health Development (TAI)Estonian Health Board (EHB) and University of Tartu (UniTartu)
  • Finnland – Finnish Institute of Health and Welfare (THL)
  • Frankreich – INSERM (INSERM), Ministère de la Santé et de l'accès aux soins (DGS)
  • Griechenland Ethnikos Organismos Dimosias Ygeias (National Public Health Organisation, EODY)National and Kapodistrian University of Athens (NKUA)
  • Italien – Istituto Superiore di Sanità (ISS)Department of Biomedicine, Neuroscience and Advanced Diagnostics, University of Palermo (UNIPA), Università degli Studi di Padova – Dipartimento di Scienze Chirurgiche, Oncologiche e Gastroenterologiche (UNIPD), University of Cassino and Southern Lazio (UNICLAM), IRCCS Azienda Ospedaliero-Universitaria di Bologna (IRCCS AOUBO), University of Naples Federico II, Department of Clinical Medicine and Surgery (UNINA), Sapienza - University of Rome, Department of Public Health and Infectious Diseases (UNIROMA1), Regione Liguria (Reg Lig), University of Pisa (UNIPI), Università Cattolica del Sacro Cuore (UCSC), Azienda Unita Sanitaria Locale Di Reggio Emilia (AUSL RE), Istituto per lo studio, la prevenzione e la rete oncologica (ISPRO), Regione Lombardia (Reg Lom), University of Florence (UniFi)
  • Kroatien – Croatian Institute of Public Health (CIPH)Teaching Institute of Public Health of Split and Dalmatian County (TIPH SDC), Andrija Stampar Teaching Institute of Public Health (ASTIPH), Public Health Institute of Dubrovnik-Neretva County (PHi Dubrovnik)
  • Lettland – Riga Stradins University (RSU)
  • Litauen – Ministry of health of the Republic of Lithuania (SAM LT), Vilnius University Faculty of Medicine (VU)National Public Health Center (NVSC)
  • Malta – Ministry for Health and Active agening (MHA)
  • Niederlande – Amsterdam Universitair Medisch Centrum (AUMC)
  • Norwegen – Norwegian Institute of Public Health (NIPH)
  • Polen – National Institute of Public Health NIH - National Research Institute (NIPH NIH – NRI)
  • Portugal – Directorate_General of Health (DGS)Instituto de Saúde Pública da Universidade do Porto (ISPUP), Unidade Local de Saúde de Santo António (ULSSA)
  • Republik Moldau - National Agency for Public Health (NAPH)
  • Rumänien – National Institute of Public Health (NIPH)
  • Schweden – Folkhälsomyndigheten / Public Health Agency of Sweden (PHAS)Socialstyrelsen/The National Board of Health and Welfare (SoS), Karolinska Instituttet (KI), Region Stockholm/Karolinska University Hospital (Reg Sto), Region Uppsala/Uppsala Akademiska Sjukhus (REG UPS)
  • Spanien – Spain Institut Català d’Oncologia (ICO), Dirección General de Salud Pública y Equidad en Salud del Ministerio de Sanidad de España (DGSPyES)Universitat de Barcelona (UB), Secretariat for Public Health/Public Health Agency of Catalonia (GENCAT), Fundación CSAI (FCSAI)
  • Tschechien – The National institute of Public Health (SZÚ)
  • Ukraine – Public Health Center of the Ministry of Health of Ukraine (PHC), National Cancer institute of the Ministry of Health of Ukraine (NCI)
  • Ungarn – National Directorate General for Hospitals (NDGH/OKFO)National Center for Public Health and Pharmacy (NNGYK)
  • Zypern – Department of Medical and Public Health Services of the Ministry of Health Cyprus (MPHS)Cyprus University of Technology (CUT)

Welche Ansätze verfolgt SHIELD?

Im Projekt wird untersucht, wie relevante Präventionsmaßnahmen in verschiedenen Ländern flächendeckend implementiert werden können. Dafür werden Hindernisse für die Umsetzung identifiziert, sowohl auf struktureller als auch auf individueller Ebene, und Lösungsansätze erarbeitet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle von Stigma und Diskriminierung, und wie diese abgebaut werden können. Mithilfe von Modellierungen wird SHIELD zudem ermitteln, wie Präventionsmaßnahmen für verschiedene Länder und Lebenswelten optimal kombiniert werden können. Dabei konzentrieren sich die beteiligten Organisationen nicht nur auf Impfquoten, sondern berücksichtigen die gesamte Spannbreite primärer, sekundärer und tertiärer Präventionsmaßnahmen. So soll die Wirkung der Maßnahmen gesteigert werden – für eine Verringerung infektionsbedingter Krebserkrankungen.

Logo EU-Projekt SHIELD zur Prävention infektionsbedingter Krebsarten

Die Koordination und Zusammenarbeit mit zahlreichen unterschiedlichen Akteuren spielen hierbei eine wichtige Rolle. Dazu zählen unter anderem Gesundheitsbehörden und -institutionen, Leistungserbringer aus den Gesundheitssystemen, Universitäten, Fachgesellschaften, Organisation und Vereine sowie Fachkräfte – zum Beispiel in Schulen, medizinischen und sozialen Einrichtungen und Gefängnissen.

Die Ziele von SHIELD

  1. Infektionsbedingte Krebserkrankungen eindämmen, durch umfassende und effektive Präventionsprogramme für HBV, HCV, HPV, HIV und TB, die Barrieren zu Präventionsangeboten reduzieren, bedarfsgerechte und evidenzbasierte Angebote enthalten und Stigma und Diskriminierung abbauen.
  2. Den Abbau von Barrieren beim Monitoring von HPV- und HBV-Impfquoten für benachteiligte Gruppen durch begleitende Evaluation beurteilen, Tools entwickeln, um administrative Hürden bei der Erfassung von Impfquoten und dem Monitoring von Impfprogrammen zu überwinden, und die Krebslast umfassend einzuschätzen, die durch HPV und HBV verursacht wird.
  3. Krebserkrankungen, die durch Impfungen verhindert werden können, reduzieren, indem strukturelle und individuelle Barrieren zur Inanspruchnahme von HPV- und HBV-Impfungen beseitigt werden.
  4. Die Kompetenz von Gesundheitsfachpersonal für ein kultursensibles, effektives und zugeschnittenes Präventions-, Impf-, Test- und Behandlungsangebot erhöhen, das auf die spezifischen Bedürfnisse und Barrieren von Menschen in vulnerablen Situationen eingeht.
     

Die Rolle des BIÖG in SHIELD

Gemeinsam mit dem Istituto Superiore di Sanità (ISS) in Italien leitet das BIÖG das Arbeitspaket 7, das sich damit beschäftigt, wie strukturelle Barrieren rund um HPV- und HBV-Impfungen reduziert und Impfquoten erhöht werden können.

Konkret heißt das, dass sogenannte Best und Promising Practices zur Erhöhung der durchgeführten HPV- und HBV-Impfungen gesammelt werden. In Zusammenarbeit mit den europäischen Partner-Institutionen werden Ansätze und Projekte identifiziert, die auch in anderen Kontexten und Ländern den Zugang und die Inanspruchnahme von HPV- und HBV-Impfungen verbessern können.

Aufbauend auf den identifizierten Best und Promising Practices koordiniert das BIÖG Pilotprojekte in digitalen und lokalen Settings in Deutschland zur Erhöhung der HPV-Impfquoten. Hierzu arbeitet das BIÖG unter anderem mit Gesundheitsämtern zusammen.

Die Kollaboration auf europäischer Ebene stärkt die öffentliche Gesundheit nachhaltig – und leistet einen wichtigen Beitrag zu mehr gesundheitlicher Chancengleichheit.

Projektkoordination: Centre of Health, Immunity and Infections (CHIP), Rigshospitalet, Dänemark

Zur Projekt-Website der Joint Action SHIELD

Disclaimer

Ko-finanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autor*innen und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Gesundheit und digitale Medien (HaDEA) wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können für sie verantwortlich gemacht werden.