HPV und Feigwarzen

HPV steht für Humane Papillomviren, von denen es mehr als 150 Typen gibt. Einige von ihnen, die sogenannten Niedrigrisiko-Typen, können lästige, aber weitgehend ungefährliche Feigwarzen verursachen. Andere, die sogenannten Hochrisiko-Typen, können dazu führen, dass sich Zellen des Körpers verändern. Dadurch kann nach vielen Jahren Krebs entstehen.

Mögliche Anzeichen und Folgen

HPV-Infektionen verursachen meist keine Beschwerden und heilen oft von alleine aus. Viele Menschen merken daher gar nicht, dass sie sich angesteckt haben, und geben die Infektion weiter, ohne es zu wissen.

Junger Mann umarmt seine lächelnde Partnerin und küsst sie auf die Wange.

Wenn eine HPV-Infektion mit Hochrisiko-Typen nicht von alleine ausheilt, können sich Zellveränderungen, sogenannte Krebsvorstufen, entwickeln. Bleiben diese unbemerkt, kann daraus über einen Zeitraum von vielen Jahren Krebs entstehen – vor allem am Gebärmutterhals und am Anus, seltener auch an den Schamlippen, am Penis und im Mund- oder Rachenbereich.

Heilt eine HPV-Infektion mit Niedrigrisiko-Typen nicht von alleine aus, entstehen häufig Feigwarzen – meist stecknadelkopfgroße, flache Knötchen (Papeln), die schwer zu erkennen sind. Sie treten einzeln oder in kleinen Gruppen häufig an Scheide, Penis oder Anus auf. Feigwarzen sind eher harmlos, aber sehr ansteckend, störend und manchmal beim Sex auch schmerzhaft. Nicht behandelte Feigwarzen können sich weiter ausbreiten und zu größeren Gebilden wachsen.

Außerdem steigt mit einer HPV-Infektion das Risiko, sich bei ungeschütztem Sex mit HIV anzustecken.

HPV – Kein Grund zur Panik!

Infektionen mit HPV kommen sehr häufig vor. Fast jeder sexuell aktive Mensch steckt sich im Laufe seines Lebens mehrmals mit einem oder mehreren HP-Viren an. Doch obwohl eine Ansteckung so häufig geschieht, führt sie nicht automatisch zu Feigwarzen oder sogar zu Krebs. Denn normalerweise heilen Infektionen mit HPV ganz von alleine aus. Und selbst wenn es zu Zellveränderungen kommt, so werden sie, gerade wenn man jung ist, meist vom eigenen Körper erkannt und zerstört. Deshalb ist eine HPV-Infektion kein Grund zur Panik – sie sollte aber durch eine Ärztin oder einen Arzt im Auge behalten werden.

Frau schaut mit ernstem Blick zum Betrachter.

Übertragung und Schutz

HPV kann beim Sex sehr leicht übertragen werden, denn bereits kleine Mengen virushaltiger Körperflüssigkeiten oder winzige Hautschüppchen reichen für eine Weitergabe aus, wenn sie auf verletzte Haut oder auf Schleimhäute gelangen. Übertragungswege sind daher vor allem: ungeschützter Vaginal-, Anal- und Oralsex sowie die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug ohne Kondom. Eine Ansteckung ist auch durch die Berührung von Feigwarzen und durch engen Körperkontakt möglich.

Einen vollständigen Schutz vor einer Infektion mit HPV gibt es nicht. Doch die Verwendung von Kondomen kann das Risiko einer Ansteckung senken.

  • Du solltest Kondome beim Vaginal- und beim Analsex verwenden – auch dann, wenn der Penis nur kurz in die Scheide oder den Po eindringt.
  • Wenn du Sexspielzeug mit anderen teilst, sollte vor jeder Weitergabe ein neues Kondom benutzt werden.
  • Außerdem sollten Feigwarzen nicht berührt werden; wenn sie an Penis, Scheide, Po oder Mund zu finden sind, solltest du vorerst auf Oralsex verzichten.

Zum Schutz vor HPV gibt es zusätzlich auch eine Impfung, die gegen bestimmte Virustypen wirksam ist. Für Mädchen und junge Frauen bis einschließlich 17 Jahren ist die HPV-Impfung kostenlos.

Die HPV-Impfung

Die Impfung gegen HPV ist sicher und gut verträglich. Sie sollte vor dem ersten Sex durchgeführt werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher die Impfung gegen HPV für Mädchen von 9 bis einschließlich 14 Jahren; nicht geimpfte junge Frauen können sich bis einschließlich 17 Jahren kostenlos nachimpfen lassen. Einige Krankenversicherungen übernehmen auch die Kosten für Frauen über 18 Jahren; hier lohnt es sich, bei deiner Versicherung einmal nachzufragen.

Doch auch wenn du geimpft bist, solltest Kondome verwenden, um eine Ansteckung mit den Virustypen zu verhindern, die im Impfstoff nicht enthalten sind. Und auch die Krebsfrüherkennung bleibt wichtig. Denn die Impfstoffe schützen zwar vor den häufigsten Viren, die Krebs auslösen können, aber leider nicht vor allen.

Untersuchung und Behandlung

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Schutzgebühr: kostenlos

Die Wendebroschüre vermittelt Basisinformationen zur Infektion mit HPV (Humane Papillomviren), die unter anderem Krebs am Gebärmutterhals, aber auch Feigwarzen verursachen kann. HPV gehört weltweit zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Die Broschüre informiert außerdem in einfacher und leicht verständlicher Sprache über Ansteckungswege und Schutzmöglichkeiten, insbesondere über die HPV-Impfung, die den besten Schutz vor einer Ansteckung mit HPV bietet.

Sollte eine HPV-Infektion nicht von alleine ausheilen, so können ihre Folgen sehr gut untersucht und behandelt werden. Außerdem kann die Infektion selbst durch einen HPV-Test nachgewiesen werden, der Test zeigt allerdings nur die Viren an – ob die Infektion von alleine ausheilt oder nicht, wird damit nicht erfasst. Die Krankenversicherungen übernehmen in der Regel nicht die Kosten für einen HPV-Test.

Krebsvorstufen, die durch Hochrisiko-Typen hervorgerufen werden können, lassen sich durch verschiedene Methoden, häufig durch einen Abstrich der betroffenen Schleimhaut, nachweisen. Sie sollten durch eine Ärztin oder einen Arzt kontrolliert werden. Falls es nötig ist, können sie durch Laser oder durch Operationen entfernt werden – oft noch bevor überhaupt Krebs entsteht. Auch deshalb sollten Frauen einmal im Jahr zur Krebsfrüherkennung bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt gehen; für Frauen ab 20 Jahren ist die Krebsfrüherkennung kostenlos.

Feigwarzen, die durch Niedrigrisiko-Typen ausgelöst werden können, lassen sich in der Regel durch eine Blickdiagnose feststellen, also indem eine Ärztin oder ein Arzt verdächtige Hautstellen genau anschaut. Sie können mit verschiedenen Methoden behandelt werden: Manchmal reicht es, die Warzen mehrere Wochen mit bestimmten Lösungen, Zäpfchen oder Cremes zu behandeln. Es kann aber auch sein, dass die Behandlung durch eine Ärztin oder einen Arzt durchgeführt werden muss. Die Warzen werden dann durch Vereisen, durch Laser oder durch Operationen entfernt. Leider können Feigwarzen auch nach einer Behandlung wieder auftreten. Darum sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig.


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