cis*

Du fühlst dich dem Geschlecht zugehörig, das dir bei der Geburt zugewiesen wurde? Dann zählst du, wie auch ein Großteil der Gesellschaft, zu den cis*Menschen – du bist cisgender. Doch auch wenn das auf dich zutrifft – es gibt vielfältige Vorstellungen darüber, was es bedeutet, einem bestimmten Geschlecht zugehörig zu sein. So werden zum Beispiel mit dem Frau-Sein oder dem Mann-Sein oft vermeintlich typische Eigenschaften, Verhaltensweisen oder Aufgaben verbunden. Und das obwohl es auch für cis*Menschen eigentlich immer nur um das ganz persönliche Empfinden der Geschlechtsidentität geht.

Heterosexuelles Paar, die Frau schaut optimistisch, der Mann steht dahinter und lächelt sie an.

Von Rittern und Prinzessinnen

Der Ritter in strahlender Rüstung rettet die hübsche und junge Prinzessin aus ihrer Not. Diese Geschichte wird oft erzählt – vom alten Märchen bis zum aktuellen Kinofilm. Doch was wäre eigentlich, wenn die Prinzessin ganz alleine ihre Situation meistert? Und dann vielleicht auch noch den Ritter vor seinem wildgewordenen Pferd beschützt? In Sachen Geschlecht geht es oft um gesellschaftliche Erwartungen. Und sie werden häufig auch indirekt weitergegeben – eben etwa in Geschichten, Büchern und Filmen. Dabei wird ein bestimmtes Bild davon gezeichnet, wie Frauen und Männer sein sollen: schön oder heldenhaft, häuslich oder unternehmungslustig, passiv oder aktiv. Mit solchen Vorstellungen muss sich wohl jeder Mensch auseinandersetzen.

Heterosexuelles Paar stemmt die Hände in die Hüften und lächelt einander selbstbewusst an.

Für cis*Menschen sind gesellschaftliche Vorstellungen, zum Beispiel über das Frau-Sein oder das Mann-Sein, in besonderer Weise wichtig. Denn auch wenn man dem von außen zugeordneten Geschlecht im Inneren entspricht, heißt das nicht, dass man damit auch Vorurteile oder Erwartungen anderer Menschen völlig erfüllen muss. Sicherlich gibt es Prinzessinnen, die gerettet werden wollen, und Ritter, die Prinzessinnen retten. Das ist aber längst nicht immer so! Viel wichtiger ist, dass man selbstbestimmt entscheidet, was man möchte und was nicht – ganz unabhängig von gesellschaftlichen Vorstellungen. Genieße es stattdessen lieber, so zu sein, wie du dich fühlst. Und vielleicht möchtest du ja auch nur mal gerettet werden und ein anderes Mal vielleicht lieber selbst den Retter spielen. Das ist ganz dir überlassen.

Safer Sex geht alle Geschlechter an!

Ob inter*, cis* oder trans* – beim Thema Safer Sex ist jeder Mensch gefragt! Denn auch wenn Körper, Geschlechter und Sex vielfältig sind, so betrifft der Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) doch alle.

»Männer und Frauen sind grundsätzlich anders?«

Nein! Dennoch halten sich hartnäckig Vorstellungen über die vermeintlich großen Unterschiede zwischen Mann und Frau – wer besser einparken oder zuhören kann, wer einfühlsamer ist oder wer öfters weint. Lasse dich von solchen Vorurteilen nicht verunsichern oder unter Druck setzen! Es kommt immer ganz individuell auf den Menschen an. Das Geschlecht hat nichts mit dem Charakter zu tun – weder beim Autofahren oder bei Gesprächen noch beim Flirten oder in Sachen Sex.

Was du magst und was nicht, was dein Gegenüber möchte und was nicht – das lässt sich am besten klären, wenn man offen darüber spricht. Nur so lernt man die wahre Persönlichkeit seines Gegenübers kennen und kann aus den typischen Rollenbildern ausbrechen.


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