Trichomonaden

Die Trichomonaden-Infektion, auch Trichomoniasis genannt, wird durch einzellige Parasiten ausgelöst. Sie kommt weltweit sehr häufig vor – sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

Heterosexuelles Paar unbekleidet unter einer Bettdecke mit ernstem, betroffenem Blick.

Mögliche Anzeichen und Folgen

Die Trichomonaden-Infektion löst bei den meisten Männern und bei rund einem Viertel der Frauen oft nur leichte oder gar keine Beschwerden aus. Viele merken daher gar nicht, dass sie sich angesteckt haben, und geben die Infektion weiter, ohne es zu wissen.

Wenn du eines oder mehrere der folgenden Krankheitsanzeichen feststellst, solltest du dich untersuchen lassen:

  • Ungewöhnlicher, oft stark riechender Ausfluss aus der Scheide, Ausfluss aus Penis oder Po sowie Zwischenblutungen
  • Juckreiz, Harndrang und Brennen beim Pinkeln
  • Schmerzen beim Sex

Lass dich auch dann untersuchen, wenn deine Beschwerden von selbst besser werden oder sogar ganz verschwinden. Denn die Trichomonaden-Infektion kann immer noch in deinem Körper sein.

Unbehandelt kann eine Trichomonaden-Infektion nicht nur Schmerzen beim Sex verursachen, sondern deiner Gesundheit auch sehr schaden. Denn die Erreger können Entzündungen auslösen, die mit der Zeit sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen. Außerdem steigt mit einer Trichomonaden-Infektion das Risiko, sich bei ungeschütztem Sex mit HIV anzustecken.

Übertragung und Schutz

Trichomonaden werden leicht durch Kontakt- oder Schmierinfektionen, meist beim Sex, weitergegeben. Übertragungswege sind daher vor allem: ungeschützter Vaginal-, Anal- und Oralsex sowie die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug ohne Kondom. Auch beim Petting können Trichomonaden weitergegeben werden.

Einen vollständigen Schutz vor einer Trichomonaden-Infektion gibt es nicht. Doch die Verwendung von Kondomen kann das Risiko einer Ansteckung senken.

  • Du solltest Kondome beim Vaginal- und beim Analsex verwenden – auch dann, wenn der Penis nur kurz in die Scheide oder den Po eindringt.
  • Wenn du Sexspielzeug mit anderen teilst, sollte vor jeder Weitergabe ein neues Kondom benutzt werden.
  • Und auch beim Oralsex sollte der Kontakt mit infizierter Schleimhaut vermieden werden. Dazu kann man ebenfalls Kondome oder Dental Dams verwenden.

Untersuchung und Behandlung

Eine Trichomonaden-Infektion lässt sich durch eine Urinuntersuchung oder durch einen Abstrich der betroffenen Schleimhaut feststellen. Auch durch eine Untersuchung der Scheidenflüssigkeit, des Harnröhrensekrets oder des Darmsekrets kann die Infektion nachgewiesen werden. Die Kosten dafür werden von der Krankenversicherung übernommen, wenn es bei dir Anzeichen für eine Trichomonaden-Infektion gibt oder wenn bei deiner (Sex-)Partnerin oder deinem (Sex-)Partner bereits eine Trichomonaden-Infektion festgestellt wurde.

Junge Frau schaut leicht unsicher aber optimistischem Gesichtsausdruck.

Wird eine Trichomonaden-Infektion frühzeitig erkannt, ist sie gut behandelbar. Daher ist ein positiver Befund auch kein Grund zur Sorge. Deine Ärztin oder dein Arzt wird dir Tabletten oder Scheidenzäpfchen verordnen.

Bis die Behandlung beendet ist, solltest du auf Sex verzichten, da Trichomonaden sehr leicht übertragen werden. Auch wenn du nach einigen Tagen schon keine Beschwerden mehr merkst, kannst du die Parasiten weitergeben und andere anstecken. Deshalb frage deine Ärztin oder deinen Arzt, wann du wieder Sex haben kannst. Und vergiss nicht, deine (Sex-)Partnerin oder deinen (Sex-)Partner zu informieren.


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