STI – aktueller denn je!

Viele Menschen denken, dass sexuell übertragbare Infektionen heute gar nicht mehr vorkommen. Doch das ist ein Irrtum – Syphilis, Chlamydien und Co. nehmen in Deutschland und auch im Rest der Welt seit einiger Zeit sogar wieder zu.

Eine Gruppe junger Menschen sitzt gemeinsam im Park.

Warum uns STI heute noch betreffen

Bei den heutigen medizinischen Standards könnte man meinen, dass STI ausgerottet sind – tatsächlich stecken sich jedoch laut Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ungefähr 1 Million Menschen mit einer STI an. Und das an jedem Tag!

STI kommen also sehr häufig vor – so häufig, dass viele Menschen in ihrem Leben mindestens einmal eine STI bekommen. Allerdings verursachen viele STI keine oder nur sehr leichte Beschwerden, sodass man sie kaum bemerkt. Dabei können die Folgen einer STI durchaus drastisch sein: Allein HPV verursacht jährlich etwa eine halbe Million Fälle von Gebärmutterhalskrebs.

Heterosexuelles Paar, die Frau schaut optimistisch, der Mann steht dahinter und lächelt sie an.

Wo kommen STI überhaupt vor?

Weltweit gibt es mehr als 30 verschiedene STI – viele davon kommen auch in Deutschland vor. Besonders verbreitet sind Chlamydien, mit denen sich 2015 allein 131 Millionen Menschen weltweit angesteckt haben. Aber auch andere STI sind stark verbreitet, etwa Trichomonaden, Gonorrhö oder Syphilis. Mit diesen drei STI haben sich 2015 insgesamt über 225 Millionen Menschen neu infiziert. Und dazu kommen auch noch geschätzt 500 Millionen Menschen, die mit Genital-Herpes infiziert sind sowie allein über 290 Millionen Frauen, die eine HPV-Infektion haben.

Auch wenn diese Zahlen vielleicht erschrecken: STI sind gut behandelbar und können oft auch komplett geheilt werden – gerade wenn sie früh erkannt werden. Deshalb solltest du zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen, sobald du Anzeichen für eine Infektion bei dir bemerkst.

Leider haben immer noch nicht alle Menschen Zugang zu medizinsicher Versorgung und Medikamenten. Aus diesem Grund spielt die Bekämpfung von STI auch in den weltweiten Gesundheitsprogrammen nach wie vor eine wichtige Rolle.

Übrigens: Die WHO veröffentlicht regelmäßig die weltweiten Zahlen zu STI.

Schwules Paar kuschelt und küsst sich unbekleidet unter der Bettdecke.

Und wie ist es in Deutschland?

Auch in Deutschland kommen STI immer häufiger vor. So hat sich hierzulande etwa die Zahl der Syphilis-Fälle in den Jahren von 2000 bis 2013 mehr als verdoppelt. Dabei sind bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders stark von einzelnen STI betroffen – zum Beispiel infizieren sich gerade Jugendliche mit Chlamydien und HPV, Trichomonaden kommen vor allem bei heterosexuellen Erwachsenen vor und Syphilis betrifft oft schwule und bisexuelle Männer.

Doch auch wenn einzelne STI bei einigen Gruppen häufiger vorkommen – grundsätzlich kann sich jeder Mensch mit einer STI anstecken. Entscheidend ist dein persönliches Schutzverhalten.

Woher kommen eigentlich die Zahlen?

Um herauszufinden, wie häufig STI vorkommen, kann man in Deutschland auf verschiedene Daten zurückgreifen. Bei einigen STI, zum Beispiel bei Hepatitis A, Hepatitis B und Hepatitis C, besteht eine gesetzliche Meldepflicht.

Ergänzend dazu werden jedoch auch Studien zur Verbreitung durchgeführt, da viele STI nicht über die Meldepflicht erfasst werden. Wenn du mehr dazu wissen möchtest: Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht regelmäßig Daten zur Verbreitung von STI in Deutschland und führt auch viele der Studien durch.


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