Hygiene

Kondome schützen vor HIV und senken das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Konkret heißt das: Wer beim Sex Kondome benutzt, kann das Risiko einer Ansteckung mit STI deutlich verringern. Doch wie ist es mit zusätzlichen Maßnahmen – zum Beispiel mit der Hygiene?

Junge Frau beißt sich auf die Unterlippe und blickt fragend nach oben.

Hygiene ist wichtig – zu viel Hygiene kann aber auch schaden

Generell gilt: Eine STI hat nichts mit zu wenig Körperhygiene zu tun! Dennoch ist Hygiene durchaus wichtig, wenn es um STI geht. Denn wer sich pflegt, entwickelt oft auch ein gutes Gespür für seinen eigenen Körper und nimmt dann mögliche Krankheitsanzeichen schneller wahr. Man merkt früher, dass etwas nicht stimmt, und kann sich rechtzeitig behandeln lassen.

Allerdings kann übertriebene Körperhygiene auch schaden. Scheidenspülungen und Intimsprays beispielsweise können den gesunden Bakterienhaushalt auf der Haut und auf Schleimhäuten aus dem Gleichgewicht bringen. Dadurch können Krankheitserreger leichter eindringen. Deshalb solltest du dich von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt beziehungsweise von einer Urologin oder einem Urologen beraten lassen, falls du unsicher bist.

Folgen falscher Intimpflege

Die falsche Intimpflege kann auch ein Auslöser für Erkrankungen sein, zum Beispiel für die Candidose: Auf der Haut und auf Schleimhäuten leben verschiedene Mikroorganismen, Bakterien und Pilze – das ist völlig normal und sogar nützlich, um Krankheitserreger abzuwehren. Gerät das Gleichgewicht dieser Organismen aber durcheinander, kann sich der Candida-Pilz massiv ausbreiten – vor allem an den Schamlippen und der Vagina, an der Eichel und der Vorhaut. Grund dafür kann auch eine übertriebene Intimpflege sein.

Obwohl eine Candidose in der Regel gut behandelt werden kann und keine schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen hat, verursacht sie doch oft Juckreiz und Schmerzen beim Sex. Deshalb solltest du, gerade wenn du davon betroffen bist, zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen.

Die Intimrasur – eine haarige Angelegenheit

Mann hebt sein Shirt an und schaut ernst in seinen Intimbereich.

Auch wenn das viele meinen: Die Intimbehaarung hat nicht wirklich etwas mit Hygiene zu tun! Ob du dich rasierst, epilierst, die Haare trimmst oder ob du sie einfach ganz natürlich wachsen lässt, bleibt also völlig dir überlassen.

Falls du dich aber rasierst, solltest du vorsichtig sein: Bei der Intimrasur und auch beim Epilieren kann es nämlich zu kleinen Verletzungen und Reizungen der Haut kommen. Dadurch erhöht sich dein Ansteckungsrisiko.

Und wie »schmutzig« darf's beim Sex sein?

Beim Sex geht es oft leidenschaftlich und wild zu. Man will sich einfach fallen lassen und Spaß haben. Oder vielleicht auch Neues ausprobieren. Das ist völlig in Ordnung! Mit ein paar kleinen Hygieneregeln kannst du jedoch auch beim Sex das Risiko für eine Ansteckung mit STI deutlich senken:

  • Bei Fingerspielen gilt dasselbe wie beim Essen – du solltest dir vorher die Hände waschen. Und auch danach.
  • Wenn du Sexspielzeug mit anderen teilst, sollte vor jeder Weitergabe ein neues Kondom verwendet werden. Außerdem solltest du Sexspielzeug, das mit Blut in Berührung kommt, immer gründlich reinigen, bevor du es weitergibst oder bei jemand anderem benutzt.
  • Reizungen und Verletzungen können durch das richtige Gleitmittel verhindert werden.
  • Nach dem Sex solltest du sobald wie möglich urinieren, um die Harnröhre auszuspülen.

Mit diesen Maßnahmen kannst du dein Ansteckungsrisiko verringern – sie sind aber kein Ersatz für Safer Sex!


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