Kondom gerissen, geplatzt oder abgerutscht?

Kondome bieten den besten Schutz vor HIV und verringern das Risiko für eine Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Sie sind sicher, günstig und können dein Liebesleben sogar bereichern. Sollte allerdings bei ihrer Anwendung mal etwas schiefgehen, gibt es einige Maßnahmen, um das Risiko einer Ansteckung trotzdem zu verringern.

Sofortmaßnahmen

Junger Mann kratzt sich am Hinterkopf und schaut mit fragendem Gesichtsausdruck.

Auch wenn ihr alles richtig gemacht habt – es kann immer mal etwas schiefgehen. Das ist gar kein Grund zur Panik! Um das Risiko für eine Ansteckung mit HIV und anderen STI zu verringern, solltet ihr Folgendes beachten:

  • Sobald ihr ein gerissenes Kondom bemerkt, sollte der Penis herausgezogen und sanft mit reichlich Wasser abgespült werden. Wichtig ist auch, so bald wie möglich zu urinieren, um die Harnröhre auszuspülen. Von einer Scheiden- oder Darmspülung ist allerdings abzuraten. Dabei können nämlich Verletzungen auftreten, die das Ansteckungsrisiko sogar noch erhöhen.
  • Wenn beim Oralsex infektiöse Körperflüssigkeiten, insbesondere Sperma oder Blut, in deinen Mund gelangt sind, solltest du sie ausspucken und mit Flüssigkeit, zum Beispiel Wasser, nachspülen. Zähneputzen solltest du allerdings nicht – auch das kann nämlich unter Umständen das Infektionsrisiko erhöhen. 

Schutz vor ungewollter Schwangerschaft

Mit der sogenannten »Pille danach« kann man im Notfall eine ungewollte Schwangerschaft verhindern. Sie schützt jedoch nicht vor einer Ansteckung mit HIV oder anderen STI. Die »Pille danach« ist in Apotheken rezeptfrei erhältlich und sollte möglichst zeitnah eingenommen werden. Mehr Infos dazu erhältst du auf www.familienplanung.de.

Gegen Unsicherheit hilft Rat

Wenn du nicht weißt, ob du dich vielleicht mit HIV oder einer anderen STI angesteckt haben könntest, melde dich möglichst schnell bei einer Beratungsstelle, einer Ärztin oder einem Arzt. Hier kannst du besprechen, wie hoch die Ansteckungsgefahr wirklich war und ob weitere Maßnahmen, wie zum Beispiel eine PEP, sinnvoll sind.


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