Leben mit HIV

HIV-positive Menschen haben bei rechtzeitiger Behandlung eine fast normale Lebenserwartung. Und mehr noch: Ob in Job, Freizeit, Sexualität oder Familie – sie können ein ganz normales Leben führen. Doch trotz aller Froschritte bedeutet Leben mit HIV leider auch Ablehnung und Diskriminierung. Deshalb braucht es nach wie vor großes Engagement und Zusammenhalt.

Eine gemischte Gruppe steht Arm in Arm und lacht einander an.

HIV im Alltag

Eine erfolgreich behandelte HIV-Infektion kann man heute als chronische Krankheit bezeichnen. Mit Medikamenten können HIV-positive Menschen ein fast ganz normales Leben führen. Sie können ihren Alltag, ihren Beruf und ihre Freizeit genauso gestalten wie jeder andere Mensch auch.

Außerdem ist die medizinische Versorgung in Deutschland sehr gut: In jeder größeren Stadt finden sich Ärztinnen und Ärzte, die auf die Behandlung von HIV spezialisiert sind. Die HIV-Medikamente sind meist gut verträglich und sehr wirksam. Und es gibt viele Beratungsstellen und Angebote, die Menschen mit HIV unterstützen.

Menschen mit HIV müssen aber leider immer noch mit Ablehnung und Benachteiligung rechnen. Diskriminierung gehört für viele zum Alltag. Besonders häufig kommt es zur Diskriminierung im Gesundheitswesen – nicht selten wird eine medizinische Behandlung, etwa ein Zahnarzttermin oder eine Untersuchung im Krankenhaus, aufgrund von HIV sogar verweigert. Aber auch bei der Arbeit kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten. So wird manchmal ganz ohne Grund ein HIV-Test verlangt. Und manche denken, dass HIV-positive Mitarbeiter weniger leistungsfähig oder öfters krank sind. Das stimmt natürlich nicht!

Warum gibt es Vorbehalte gegenüber Menschen mit HIV?

Im alltäglichen Umgang mit HIV-positiven Menschen bestehen immer noch Unsicherheiten. Diese zeigen sich mitunter in Vorurteilen, Schuldzuweisungen und unbegründeten Ängsten vor einer Ansteckung. Sie führen oft zu Diskriminierung von Menschen mit HIV – selbst in der Familie und im engen Freundeskreis.

Schwules Paar kuschelt unbekleidet innig unter der Bettdecke.

Aber es gibt auch viele Menschen, die sich interessiert, unterstützend und solidarisch verhalten! Das richtige Wissen und vor allem persönlicher Kontakt mit HIV-positiven Menschen führen oft dazu, dass Vorurteile abgebaut werden und HIV im gemeinsamen Alltag keine Rolle mehr spielt.

HIV und Sex – Geht das?

Eine HIV-Infektion muss einem erfüllten Liebesleben auf keinem Fall im Wege stehen! Mit Kondomen schützt man sich vor einer Übertragung. Durch eine erfolgreiche HIV-Therapie kann ebenfalls das Risiko einer Ansteckung deutlich verringert werden. Und falls beim Schutz etwas schiefgeht, gibt es mit der PEP eine sinnvolle Sofortmaßnahme.

Dennoch: Eine HIV-Infektion stellt gerade Beziehungen auf die Probe. Ängste, Vorwürfe und Schuldzuweisungen kommen häufig vor. Hier hilft es, offen und ehrlich über seine Gefühle zu reden.

Auch eine Beratung kann dabei unterstützen. Klar, die Diagnose ist eine Hürde – aber keine, an der Liebe und Beziehung scheitern müssen.

Über HIV sprechen – in jeder Beziehung?

Menschen, die HIV-positiv sind, fragen sich oft, ob sie ihrer neuen (Sex-)Partnerin oder ihrem neuen (Sex-)Partner von der Infektion erzählen sollen. Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Und anders als in manchen anderen Ländern gibt es in Deutschland zum Glück auch keine gesetzliche Pflicht dazu. Jeder Mensch darf für sich selbst entscheiden, wem er von der HIV-Infektion erzählt und wem nicht.

Heterosexuelles Paar in einer ernsten Gesprächssituation.

Die ganze Sache hat zwei Seiten: Einerseits kann es passieren, dass sich das Gegenüber zurückzieht, wenn sie oder er von der Infektion erfährt. Andererseits kann es aber auch entlasten, wenn man mit offenen Karten spielt. Deshalb gilt: Richtig ist, was sich richtig anfühlt!

Und dabei kommt es vielleicht auch auf die konkrete Situation an – mit einem flüchtigen Sexkontakt spricht man möglicherweise anders als in einer längeren Beziehung.

Doch egal, ob und wie man darüber spricht – Safer Sex sollte auf jeden Fall beachtet werden!


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