STI – Zu welchem Arzt soll ich gehen?

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) haben verschiedene Anzeichen und können durch ganz unterschiedliche Erreger ausgelöst werden. Daher ist es nicht immer ganz leicht, die richtige Arztpraxis zu finden…

Frau hält sich telefonierend ein Smartphone ans Ohr und lächelt dabei.

Welcher Arzt ist wofür zuständig?

Wenn du vermutest, dich mit einer STI angesteckt zu haben, ist es sehr wichtig, dich beraten zu lassen. Das kann nur eine Ärztin oder ein Arzt! Zuständig für die Erkennung und die Behandlung sind vor allem:

  • Frauenärztinnen oder Frauenärzte (auch Gynäkologinnen oder Gynäkologen genannt) – sie befassen sich vornehmlich mit allen Fragen rund um die die weiblichen Geschlechtsorgane, die Schwangerschaft und die Geburt.
  • Urologinnen oder Urologen – sie kümmern sich unter anderem um alle Themen, die die männlichen Geschlechtsorgane betreffen.
  • Hautärztinnen oder Hautärzte (auch Dermatologinnen oder Dermatologen genannt) – sie sind bei allen Veränderungen der Haut, auch im Intimbereich, zuständig.

Wenn du dir unsicher bist, gehe einfach zu einer Hausärztin oder einem Hausarzt – auch sie können dich behandeln und wenn es nötig ist, zu einer Spezialistin oder einem Spezialisten überweisen.

Übrigens

Wenn es um HIV geht, findest du spezialisierte Ärztinnen und Ärzte über die dagnä, die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e. V.

Und was ist mit STI-Heimtests?

Mittlerweile werden auch STI-Tests für zu Hause angeboten. Gerade Heimtests, die nicht in ein Labor gesendet werden, sind jedoch oft ungenau und können zu falschen Ergebnissen führen. Und was ist eigentlich, wenn der Test auf eine STI positiv ausfällt? Ein positives Ergebnis kann verunsichern. Und spätestens dann ist der Arztbesuch wohl unumgänglich… Deshalb ist es besser, wenn der Test auf eine STI mit einer Beratung verbunden wird. So kann besprochen werden, wie dein persönliches Risiko einzuschätzen ist und ob ein Test für dich überhaupt Sinn macht. Außerdem lässt sich so klären, welche Behandlung bei einem positiven Testergebnis folgen sollte.

Wichtig

Jede Ärztin und jeder Arzt unterliegt der Schweigepflicht, sodass niemand etwas über deine Beschwerden erfahren wird.

Anonyme Angebote?

In vielen deutschen Großstädten gibt es die Möglichkeit, sich anonym beraten und bei Bedarf testen zu lassen – etwa in vielen Gesundheitsämtern und bei lokalen Aidshilfen. Ob es ein solches Angebot auch in deiner Nähe gibt, erfährst du bei der Online- und Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Ein positiver STI-Test ist kein Weltuntergang!

Eine STI ist kein Grund, sich zu schämen. Denn STI sind Infektionskrankheiten wie andere auch. Und so wie jeder Mensch etwa eine Grippe oder einen Schnupfen bekommen kann, so kann sich auch jeder Mensch mit Bakterien, Viren oder Parasiten anstecken, die eine STI hervorrufen. Beim Sex werden diese Erreger zum Teil sehr leicht übertragen.


Verwandte Themen

© 2018 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung