Gonorrhö

Die Gonorrhö, auch Tripper genannt, wird durch Bakterien hervorgerufen. Sie kommt weltweit sehr häufig vor. In Europa sind vor allem junge Menschen, insbesondere schwule Männer und andere Männer, die (auch) mit Männern Sex haben, betroffen.

Mögliche Anzeichen und Folgen

Die Gonorrhö löst bei Frauen oft nur leichte oder gar keine Beschwerden aus. Viele merken daher gar nicht, dass sie sich angesteckt haben, und geben die Infektion weiter, ohne es zu wissen. Dagegen haben Männer sehr häufig Beschwerden.

Wenn du eines oder mehrere der folgenden Krankheitsanzeichen feststellst, solltest du dich untersuchen lassen:

  • ungewöhnlicher Ausfluss aus Scheide, Penis oder Po sowie Zwischenblutungen
  • Brennen oder Schmerzen beim Pinkeln
  • Juckreiz an Scheide, Penis oder Po
  • Schmerzen beim Vaginal- oder beim Analsex
  • Halsschmerzen nach Oralsex, ohne dass es sonstige Anzeichen für eine Erkältung gibt
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Gonorrhö - Erkennen. Behandeln. Sich schützen.

Bestellnummer: 70385000
Schutzgebühr: kostenlos

Die Kurzbroschüre vermittelt Basisinformationen zu der sexuell übertragbaren Infektion Gonorrhö in einfacher und leicht verständlicher Sprache. Sie informiert über Schutzmöglichkeiten, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und gesundheitliche Folgen einer unbehandelten Infektion.

Mann in lässiger Hocke blickt nachdenklich lächelnd zur Seite.

Lass dich auch dann untersuchen, wenn deine Beschwerden von selbst besser werden oder sogar ganz verschwinden. Denn die Gonorrhö-Erreger können immer noch in deinem Körper sein.

Unbehandelt kann eine Gonorrhö-Infektion nicht nur Schmerzen beim Sex verursachen, sondern auch deiner Gesundheit sehr schaden. Sie kann Entzündungen auslösen, die mit der Zeit sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen. Außerdem steigt mit einer Gonorrhö das Risiko, sich bei ungeschütztem Sex mit HIV anzustecken. Dieses Risiko ist besonders hoch, wenn man eine sogenannte rektale Gonorrhö hat – diese Form, die beim Analsex übertragen wird, bleibt oft unbemerkt, weil sie in vielen Fällen keine Beschwerden auslöst.

Übertragung und Schutz

Die Gonorrhö wird durch den Kontakt mit infizierten Schleimhäuten sehr leicht weitergegeben. Übertragungswege sind daher vor allem: ungeschützter Vaginal-, Anal- und Oralsex sowie die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug ohne Kondom.

Einen vollständigen Schutz vor einer Gonorrhö-Infektion gibt es nicht. Doch die Verwendung von Kondomen kann das Risiko einer Ansteckung stark senken.

  • Du solltest Kondome beim Vaginal- und beim Analsex verwenden – auch dann, wenn der Penis nur kurz in die Scheide oder den Po eindringt.
  • Wenn du Sexspielzeug mit anderen teilst, sollte vor jeder Weitergabe ein neues Kondom benutzt werden.
  • Und auch beim Oralsex sollte der Kontakt mit infizierter Schleimhaut vermieden werden. Dazu kann man ebenfalls Kondome oder Dental Dams verwenden.
Junge Frau beißt sich auf die Unterlippe und blickt fragend nach oben.

Untersuchung und Behandlung

Eine Gonorrhö-Infektion lässt sich durch einen Abstrich der betroffenen Schleimhaut feststellen. Die Kosten dafür werden von der Krankenversicherung übernommen, wenn es bei dir Anzeichen für eine Gonorrhö gibt oder wenn bei deiner (Sex-)Partnerin oder deinem (Sex-)Partner bereits eine Gonorrhö festgestellt wurde.

Wird eine Gonorrhö-Infektion frühzeitig erkannt, ist sie gut behandelbar. Daher ist ein positiver Test auch kein Grund zur Sorge. Deine Ärztin oder dein Arzt wird dir in der Regel Antibiotika verordnen. Selbst wenn deine Beschwerden nach wenigen Tagen nachlassen, musst du diese Medikamente so lange einnehmen, wie es dir die Ärztin oder der Arzt gesagt hat. Ansonsten können sich die Bakterien wieder vermehren.

Bis die Behandlung beendet ist, solltest du auf Sex verzichten, da Gonorrhö sehr leicht übertragen wird. Auch wenn du nach einigen Tagen schon keine Beschwerden mehr bemerkst, kannst du die Bakterien weitergeben und andere anstecken. Deshalb frage deine Ärztin oder deinen Arzt, wann du wieder Sex haben kannst. Und vergiss nicht, deine (Sex-)Partnerin oder deinen (Sex-)Partner zu informieren.


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