HIV-Risiken und Nicht-Risiken

In verschiedenen Lebenssituationen bestehen unterschiedlich große Risiken, sich mit HIV anzustecken. Und oft werden Risiken auch dort vermutet, wo tatsächlich gar kein Grund zur Sorge besteht…

Frau legt schützend eine Hand auf ihre Brust und schaut mit ernstem Gesichtsausdruck.

Wie kann man sich anstecken?

Eine Ansteckung mit HIV ist möglich, wenn infizierte Körperflüssigkeiten auf offene Wunden oder auf Schleimhäute gelangen. Da HIV in vielen Körperflüssigkeiten enthalten ist, die beim Sex eine Rolle spielen – in Sperma, Scheidenflüssigkeit, im Flüssigkeitsfilm auf der Darmschleimhaut und in (Menstruations-)Blut – kommt es vor allem bei ungeschütztem Sex zu einer Ansteckung.

Auch in der Schwangerschaft, während der Geburt und über die Muttermilch beim Stillen kann HIV auf das Kind übertragen werden. Durch eine umfassende medizinische Betreuung und durch die Behandlung mit HIV-Medikamenten kommt dies in Deutschland aber nur sehr selten vor. Außerdem wird jeder Frau während der Schwangerschaft ein HIV-Test angeboten.

Eine Übertragung durch Blutkonserven und Blutprodukte, zum Beispiel bei Operationen, kann ebenfalls vorkommen, in Deutschland ist dies aufgrund bestimmter Herstellungsverfahren und durch entsprechende Tests aber so gut wie ausgeschlossen.

Menschen, die Drogen gebrauchen, haben ein sehr hohes Infektionsrisiko, wenn sie Nadel, Spritzbestecke und Zubehör, etwa Tupfer, teilen. Wenn sie aber sterile Nadeln verwenden und auch das Zubehör nicht mit anderen Menschen teilen, verringert sich ihr HIV-Risiko deutlich.

Weitere Risiken bestehen, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten mit Schleimhäuten des Auges oder mit größeren entzündeten Hautflächen in Kontakt kommen. Wenn das passiert, sollte man das Auge mit reichlich Wasser spülen und die betroffenen Hautstellen unter fließendem Wasser vorsichtig abwaschen.

Junges, heterosexuelles Paar umarmt sich zur Begrüßung.

Und wo gibt es keinen Grund zur Sorge?

HIV ist im Vergleich zu anderen Krankheitserregern ein schwer übertragbares Virus. Denn nur wenn eine ausreichende Menge von HI-Viren über Schleimhäute oder offene Wunden in den Körper gelangen, kommt es zu einer Übertragung. Kein Risiko besteht also zum Beispiel:

  • im Alltag, wenn man etwa ins Kino geht, gemeinsam Sport macht oder zusammen arbeitet
  • beim Anhusten oder Niesen
  • bei Insektenstichen
  • beim Küssen – auch bei Zungenküssen
  • bei engem Haut- und Körperkontakt, auch beim Schmusen und beim Petting.

Doch obwohl es in vielen Situationen gar keinen Grund zur Sorge gibt, erleben Menschen, die HIV-positiv sind, oft Zurückweisung. Grund dafür sind meist völlig falsche Vorstellungen von der Erkrankung und unbegründete Ängste. Medizinisch gesehen ist eine HIV-Infektion zwar nicht heilbar, dafür aber sehr gut behandelbar. Diskriminierung und Ausgrenzung sind jedoch nach wie vor ein Problem – und alle können dazu beitragen, daran etwas zu verändern! 


Verwandte Themen

© 2018 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung