STI – ein Rückblick

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) sind nicht erst ein Problem unserer Zeit! Schon seit der Antike sprechen Menschen darüber – oder auch nicht, denn genau wie heute waren STI schon immer ein heikles Thema, das viele mit Scham verbinden.

Postkarte der „Gib AIDS keine Chance“ Kampagne 2007

STI als Lustseuche

Hinweise auf STI gibt es schon aus dem alten Rom oder in der Bibel. Dort – und auch lange Zeit danach – galten STI als »Lustseuche« oder als »Gottes Strafe für Sünden«. Diese historischen Bezeichnungen zeigen, dass man früher den persönlichen Lebensstil oder sexuelle Vorlieben für die Ansteckung mit einer STI verantwortlich gemacht hat. Wer sich beim Sex mit einer Krankheit ansteckte, war in den Augen der Gesellschaft selbst schuld und nur ein Leben ohne »Sünden« galt als sicherer Schutz.

Der Verzicht auf Sex oder eine lebenslange treue Partnerschaft mit einem gesunden Menschen könnten zwar unter Umständen vor einer Ansteckung schützen – das entsprach aber schon damals nicht dem echten Leben. Denn auch wenn sich unsere Moralvorstellungen seit der Antike stark gewandelt haben – beim Ausleben von Sexualität und der Freude am Experimentieren unterscheiden sich die heutigen Menschen nicht von ihren Vorfahren...

Von glühenden Eisen zu Antibiotika

In der Vergangenheit war die Behandlung sehr schwierig. Und oft hat sie sogar geschadet. So wurden zum Beispiel durch STI verursachte Ausschläge mit glühenden Eisen ausgebrannt und mit Salben aus giftigem Quecksilber behandelt. Natürlich ohne Erfolg.

Die ersten wirkungsvollen Verfahren zur Behandlung von STI wurden erst vor rund 100 Jahren entwickelt. Seit den 1950er Jahren ist mit Penicillin das erste Antibiotikum verfügbar. Dass es so lange gedauert hat, wirksame Verfahren zu entwickeln, liegt unter anderem daran, dass viele Erreger erst spät entdeckt wurden: Zum Beispiel kennt man den Gonorrhö-Erreger erst seit dem Jahr 1879, der Syphilis-Erreger wurde 1905 entdeckt.

Bis heute ein Problem…

Da Sexualität – und damit auch STI – lange Zeit ein Tabuthema waren, fällt es auch heute noch vielen Menschen schwer, über die Infektion offen zu sprechen. Allerdings ist gerade das beim Arztbesuch wichtig. Wenn du bei dir also Anzeichen für eine STI bemerkst, musst du dich nicht schämen oder schuldig fühlen! Lass dich behandeln, denn STI können deine Gesundheit schwer schädigen.


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